SCRAP >
Video (3min)
Portrait eines dekonstruierten
Instruments (2004, 22 min.)
Andrea Neumann: Innenklavier
Ana Maria Rodriguez: Live-Elektronik
Steffi Weismann: Live-Video
„Clang Cut“ Konzerthaus Berlin 2004; Videokonzerte der bgnm,
TESLA Berlin 2005; Konzerthaus Wien 2005
Den Ausgangpunkt
von SCRAP bildet das Rudiment des bürgerlichen Konzertflügels,
ein mit Saiten bespannter Klavierrahmen, entkleidet von Tasten, Mechanik
und Holzverkleidung. Um die Klangmöglichkeiten dieses quasi nackten,
dekonstruierten Instruments zu erweitern, ergänzte Andrea Neumann
neue Elemente wie Ablagen, Präparationen, Mischpult, Mikrofone und
Pick-ups. Mit Ana Maria Rodriguez (Computer) und Steffi Weismann (Video)
wird diese bereits begonnene Erweiterung durch die Hinzunahme zwei weiterer
Medien potenziert. Im Trio wird ein räumlich gedehntes visuell-akustisches
Porträt des Inside Piano geschaffen.
Der Verlauf des Stückes ist geprägt von gleichberechtigten Einzelstimmen,
die sich zueinander in verschiedenen Modi verhalten: synchron, einstimmig/mehrstimmig
(abweichend in Tempo, Textur, Struktur und Farbe) solistisch/begleitend,
einander folgend/eigene Impulse setzend. In diesem Sinne ermöglicht
das Andocken des Instruments an den Audiocomputer von Ana Maria Rodriguez
Transformationen und klangliche Verfremdungen in feinsten Schattierungen
und verwirrende Verschiebungen der musikalischen Zeit. Die Bildebene von
Steffi Weismann vergrößert das Instrument und fokussiert oder
verfremdet die Details der Klangerzeugung. So kann man auf zwei Leinwänden
in Großaufnahme sehen, wie etwa ein Metallbesen oder ein Propeller
die Saiten in Schwingung versetzt. Der Wechsel zwischen der Live-Kamera
und dem vorher gefilmten Material steht dabei in engem Bezug zum musikalischen
Live-Spiel. Von der Synchronität abweichende Zeitstrukturen und Bildrhythmen
lassen dabei die Eigenständigkeit der visuellen Stimme bewusst werden.
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